Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 kam es im März im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller. Dabei handelte es sich um eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und durchgeführte Aktion.

Höhepunkt waren die am 10. Mai 1933 in Berlin und anderen deutschen Universitätsstädten inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen, bei denen Werke verfemter Autoren von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden. In den Städten wo es keine Studentenbunde gab, übernahmen es oft die örtlichen Parteigliederungen diese Aktion auszuführen.

Und in Werdohl? Leider gibt es nicht viele Quellen aus der Zeit auf die man sich berufen kann. Zeitzeugen die diese Zeit als Erwachsene erlebt haben, sind nur schwer ausfindig zu machen.  Es gibt aber verschiedene Hinweise dass auch in Werdohl eine Bücherverbrennung stattgefunden hat. So soll man bei der Feuerwehr die Bücher gesammelt und anschließend verbrannt haben. Ob damit nun die Feuerwehr in der Neustadt, oder der sog. Feuerwehrschuppen in der im Volksmund genannte „elektrische Kirche“ am Denkmalplatz gemeint war, spielt eine untergeordnete Rolle.

Auf Grund der zentralen Lage des „Denkmalplatzes“ in Werdohl scheint wohl letzteres für die damaligen Machthaber eine Rolle gespielt zu haben. Bücher wurden gesammelt und anschließend verbrannt. Für eine weitere Aktion in der NS Zeit musste dieser Platz herhalten. Das „Jungvolk“ musste auf dem Platz antreten und feierlich wurden da die schwarz rot goldenen Fahnen der Republik verbrannt. Eine Flagge aus dieser Zeit, wurde vom Fahnenmast des Rathauses herunter gezogen und versteckt. Diese Fahne existiert noch heute und befindet sich im Privatbesitz. Diese Zeit ist auch in Werdohl nicht einfach so spurlos vorbei gegangen, und sollte für die nachfolgende Generationen  dokumentiert werden.

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