In jedem Ort und zu jeder Zeit gibt es immer wieder sogenannte „Originale“ die mit ihrem Wesen oder ihren Handlungen bei den meisten Menschen sehr lange in Erinnerung bleiben. Zwei Werdohler „Originale“ waren Karl Heutelbeck und Paul Ringel, die von den Werdohler scherzhaft „der Lange und der Dicke“ genannt wurden. Karl Heutelbeck war der Wirt des gleichnamigen Hotels und Lokals (heute Salon Groll), und Paul Ringel besaß ein Milchgeschäft direkt an der Stadtbrücke (heute ein Spiel und Wettladen). Wenn die beiden Herren mit ihren gestreifte Metzgerjacken und Zylinder anrückten, wussten die Werdohler das wieder ein Spaß ins Haus stand. So zum Beispiel am 16. Mai 1953.

Die heutige Stadtbrücke wurde 1953 gänzlich erneuert, und das geschah in zwei Bauabschnitten, jeweils eine halbe Brücke. Eine Hälfte war fertig, als am 16. Mai morgens die beiden Herren anrückten, ein weißes Band am Anfang der Brücke spannten und mit der  Eröffnungszeremonie für eine halbe Brücke begannen. So fuhren „der Lange“ und „der Dicke“ an der Stadtbrücke vor, um die „halbe Portion“ den fertigen Brückenabschnitt, schon mal einzuweihen. Das weiße Band wurde gespannt und nach alter Tradition auch durchschnitten. Vor der verdutzen Brückenarbeitern hielt Karl Heutelbeck eine kleine Eröffnungsrede. Das nötige „Brückenwasser“ in Form eines Kasten Bier hatten die Spaßvögel natürlich dabei. Es soll bei der inoffiziellen Brückeneinweihung „hoch hergegangen“ sein, so wird glaubwürdig überliefert. Natürlich bekamen die beiden bei der späteren echten Eröffnung der Brücke eine besondere Einladung. 

Die Show aber auch die Lacher auf ihrer Seite hatten die beiden auch bei dieser Veranstaltung. Es gab viele Veranstaltungen in Werdohl denen die beiden Herren immer eine besondere Note verliehen.  

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